Montag, 26. Juni 2017

Michael Schenk: Flensburg - Garmisch / Tag 9 Lindau - Garmisch

Deutschlandtour geschafft
9.Etappe Lindau - Garmisch

Sonntag stand die letzte Etappe unserer Tour durch Deutschland am Programm. Eine relativ erfreuliche Meldung hatte uns Chef Jan bereits abends überbracht: Der gestürzte Ruppi kam mit einem Schlüsselbeinbruch davon! Die Wetterprognose war nicht besonders rosig, wir suchten uns die beste aus, welche hohe Regenwahrscheinlichkeit für Lindau erst ab 10 Uhr vorhersagte :-) Aber das Wetter ist kein Wunschkonzert und so plätscherte es bereits in den frühen Morgenstunden wie aus Eimern! Wenig motiviert stapfte ich zum Frühstück, während Gruppe 5 bereits um 7.30 Uhr losfuhr, damit alle rechtzeitig die Bahn hoch zur Zugspitze und dortiger Abschlussfeier erreichen. Dieter und Dirk starteten knapp nach 9, Gunnar und ich als letzte mit Gruppe 1 um 9.30 Uhr. Nach wenigen Kilometern überquerten wir die Grenze zu Österreich, abgesichert durch die österreichische Polizei! Gleich wartete der erste schwierige Anstieg nach Scheidegg hoch. Ging etwas zäh, könnte auch am Reggaefestival vom Vorabend gelegen haben :-) Trotz des Regens dann ein Augenschmaus das auf und ab durch das Ostallgäu, umgeben vom saftigen Grün der Kuhweiden. Witzig dann das Zusammentreffen aller (!) Gruppen am letzten Berg vor der Hauptverpflegung - auf den lang geschwungenen Kehren Radfahrer so weit das Auge reicht! Das Gedränge bei der Verpflegung wurde durch eine nette Showeinlage der Crew aufgelockert, welche "Walking on Sunshine" zum Besten gaben. Nett auch, dass der Wettergott einsehen hatte und uns hier eine Regenpause gönnte! Hier hatten wir auch schon die meisten Höhenmeter hinter uns gebracht. Aber halt - irgendwas fehlte doch noch auf unserer Tour - ach ja ein Stau :-) Und in diesen "Genuss" kamen wir dann auf der Fernpassbundesstraße, wo wir im Sonntagsnachmittagsverkehr geradezu für Begeisterungsstürme bei den Autofahrern sorgten. Die letzten leicht fallenden Kilometer nach Grainau bei Garmisch drückten wir in schöner Einerreihe bei Tempo 50 runter, womit wir unser "Reisetempo" des Tages trotz der widrigen Witterungsverhältnisse noch auf 27,5 hochschraubten.

Im wunderschön gelegenen Vier-Sterne Hotel Hammbacherhof wurden wir mit "Original Bavarian Meat Loaf" - auf gut Deutsch Leberkäse empfangen. Um 18 Uhr wartete schon unser Sonderzug der Zugspitzbahn, welcher uns zur Abschlussparty bringen sollte, herrliche Ausblicke auf das Bergpanorama inklusive. Leider gab es am Gipfel Nebel, so dass uns dieser Fernblick verwehrt blieb. Wir wurden aber umgehend durch ein grandioses Buffet entschädigt. Als der DJ dann die Stimmung mit "Live is Life" von Opus - österreichische Musik halt :-) - anheizte gab es kein Halten mehr und es wurde bis nach Mitternacht gefeiert, dass die Fetzen flogen! Die Erleichterung und Zufriedenheit was alle Finisher in den letzten 9 Tagen geschafft hatten, nämlich 1500 Kilometer und 17000 Höhenmeter quer durch Deutschland, war richtig spürbar!

Fazit: Eine von quäldich.de perfekt organisierte Reise in familiärer Atmosphäre, wo jeder sportlich ambitionierte Rennradfahrer in einem der fünf Leistungsgruppen seinen Platz fand, ohne das Unternehmensmotto allzusehr strapazieren zu müssen :-)!

Michael Schenk, 26.6.2017

Samstag, 24. Juni 2017

Michael Schenk: Flensburg - Garmisch / Tag 8 Donaueschingen - Lindau

8.Etappe Donaueschingen - Lindau

Leider wurde die heutige Etappe über 163 Kilometer von Donaueschingen nach Lindau am Bodensee von einem schweren Sturz in meiner Gruppe 1 überschattet. Ruppi, ebenfalls Blogschreiber kam nach 45 Kilometern auf einer Abfahrt zu Sturz. Kurz vor einer langgezogenen Linkskurve war frisch zentimeterdick Rollsplitt fast über die ganze Fahrbahnbreite aufgebracht worden. Ich war am Ende der 16er Gruppe und habe den Sturz selbst nicht gesehen. Rupi wurde mit der Rettung abtransportiert, ich hoffe er ist nicht allzu schwer verletzt. Daher trat alles weitere in den Hintergrund. Wir warnten unsere nachfolgenden Gruppen und warteten noch die Unfallaufnahme durch die Polizei ab. Nach über einer Stunde setzten wir, merklich unter dem Eindruck der Ereignisse stehend, unsere Fahrt fort.

Es war eine sehr aufreibendendes, ständiges auf und ab über 2000 Höhenmeter. Von der letzten Getränkeverpflegung am Gehrenberg, 40 Kilometer vor Lindau, hatten wir einen ersten tollen Blick auf den Bodensee. Nach einer schönen, aber sehr kurvenreichen Fahrt über den Radweg erreichten wir endlich unser Etappenziel.

Michael Schenk, 24.6.2017

Freitag, 23. Juni 2017

Michael Schenk: Flensburg - Garmisch / Tag 7 Rastatt - Donaueschingen

7.Etappe Rastatt - Donaueschingen

 "Am siebten Tage sollst du ruhen" steht im Alten Testament - ist aber nicht die Philosophie von quäldich.de :-) Darum mussten bzw. durften wir heute zur siebten Etappe nach Donaueschingen über 170 Kilometer und 2900 Höhenmeter antreten. Und mit dabei die beiden heftigen Anstiege zum höchsten Punkt des nördlichen Schwarzwalds zum SWR-Funkturm, wo fast 1000 Höhenmeter am Stück zu bewältigen waren und bei Kilometer 104 das Moosenmättle mit 550 Höhenmetern auf ca 6 Kilometern. Ich bin ja noch mit dem Rad aus meiner aktiven Zeit mit einer Maximalübersetzung von 39x28 unterwegs und war dementsprechend skeptisch, ob ich die Anstiege wohl überhaupt hochkommen würde. Ich war schon lange nicht solche Berge gefahren, noch dazu nach sechs nicht gerade leichten Etappen. Als die Freigabe durch unseren heutigen Guide Stefan erfolgte, suchte ich sofort meinen Rhythmus zu finden. Ich kam gut rein, ich blieb bei 150 Maximalpuls und konnte sogar noch ab und zu einen Blick auf die Rheinebene werfen. Für ein Foto wollte ich mir doch keine Zeit nehmen - sorry Frank -) Die meiste Zeit fuhr ich mit dem zweiten Ösi in der Gruppe, Manuel, hoch, gelegentlich legte ich kleine Zwischensprints ein, um die Muskulatur zu entlasten. Begleitet wurde ich durch einen Schwarm lästiger Fliegen. Bei der Abzweigung zum SWR-Funkturm hoch wurden wir von der quäldich-Crew angefeuert! Bergkönig Jürgen hatte auch hier die Nase vorn, gefolgt von Axel, Gunnar und mir. Schnell ein paar Fotos geschossen und schon fuhren wir bis zur Verpflegung an der Abzweigung zurück, denn oben bließ ein unangenehmer Wind, kühler. Da kam auch schon die nächste Gruppe mit Dieter und Dirk! Weiter ging's wellig auf der Schwarzwaldhochstraße und dann durch das wunderschöne Wolfbachtal zur Hauptverpflegung. Ein paar Kilometer und schon begann der zweite arge Anstieg zum Moosenmättle. Die üblichen Verdächtigen zogen wieder los, es ging mit gut 10% - 15% hoch und bald kam ich ein zweites Mal zum Genuss meines Wiener Würstchens von der Mittagspause - danke quäldich für diesen Extraservice :-) Erstmals nahm ich mir die Unternehmensphilosophie zu Herzen und quälte mich als Fünfter, Damian hatte mich überholt, hoch. Den schönen Ausblick genossen wir nur kurz. Unser Schweizer Michael ließ wieder einen staubtrockenen Spruch los: "Dieser Anstieg ist durchaus postkutschenfähig" :-) Die folgende Panne von Alexander war rasch behoben und es ging auf schmalen Straßen sehr schön auf einer Hochebene weiter, wo sich früher die Grenze zwischen Württemberg und Baden, welches früher zu Österreich gehörte, befand. Diese Infos hatte ich wieder von Alexander, der mich schon die letzten Tage mit interessanten geschichtlichen Hintergründen versorgt hatte - danke an dieser Stelle! Leider hatte Alexander bald wieder eine Panne, der folgende Reifenwechsel wollte trotz einiger helfender Hände nicht und nicht gelingen. Nach rund 20 Minuten Zwangspause weiter und die folgenden Anstiege machten nicht wirklich Spaß. Umsomehr dann die letzten 25 Kilometer leicht fallend und mit Rückenwind nach Donaueschingen, wo wir knapp vor 17 Uhr mit fast 27 Schnitt eintrafen.

Michael Schenk, 23.6.2017

Gunnar und ich am höchsten Punkt des Nordschwarzwalds
Gunnar mit Bergkönig Jürgen am Moosenmättle

Donnerstag, 22. Juni 2017

VICC Donauinsel Road Bike Series #2 Ghisallo Cup Vienna

Foto (c) VICC
Rennen #2   

Ergebnis Rennen 2 und Cup Zwischenstand 

Fotos von  VICC - Vienna International Cycle Club   

Herren   
Damen
Misc

Michael Schenk: Flensburg - Garmisch / Tag 6 Alzey-Rastatt

6.Etappe Alzey-Rastatt
Musikeinlage bei der ersten Verpflegung

Der Morgen begann nach dem Motto "Kleider machen Leute" - wenn man sie denn auch beisammen hat... Zunächst suchte ich verzweifelt im ganzen Zimmer meinen zweiten Handschuh - im ganzen Zimmer? Nicht ganz - denn Dieter fand ihn auf Anhieb mit den Worten "Da ist er ja!" Als Dieter dann allerdings den Kleiderbügel vom Fenster nahm, fiel eine Socke von der 1. Etage in den Garten :-) Gut schließlich hatte ich alles beisammen und ich war bereit für einen langen Tag über 175 Kilometer und 2300 Höhenmeter. Aber es sollte anders kommen .... Noch in Alzey der erste Kettenabsprung bei einem Kollegen und erste Wartezeit in der schon beträchtlichen Morgenhitze. Heute knallte die Sonne im Gegensatz zu gestern gleich richtig runter! Den ersten "Schmierer" aus Alzey raus fahren wir gemächlich - angenehm ist aber trotzdem anders - immerhin können wir die ersten hundert Höhenmeter schon abhaken! Den Donnersberg hoch die erste Freigabe, ich etwas forscher unten rein und schalte dann im letzten Drittel lieber wieder auf "Ökodrive" bzw besser gesagt auf "Ökoride" :-) Bei der ersten Verpflegung werden wir mit einer Livemusikeinlage eines eigens angereisten Trommlers überrascht! Unser Schweizer Michael meint auf Grund unseres etwas verhaltenen Applauses zum Trommler: "Die Kulturinteressierten kommen erst!" :-) Bald erreichen wir am nächsten Anstieg das Tor zum Pfälzerwald. Danach sind am Iggelbacher Stich 300 Höhenmeter auf ca 5 Kilometer zu bewältigen.
Es läuft gut, ich fahre den Anstieg an der Schwelle gemeinsam mit Axel hoch und wir kommen gleich nach Bergkönig Jürgen an. Als unser Schweizer Michael da ist meint er wieder ganz trocken: "Das chann man ja tatsächlich ein Päßchen nennen!" :-) Jürgen macht dann die ganze lange Abfahrt zur Mittagsverpflegung geniales Tempo und wir fahren wie an einer Perlenschnur aufgereiht! Bald nach der Pause dann eine böse Überraschung: Straßensperre, unmöglich zu ignorieren, da frisch geteert und laut Auskunft eines Lkw-Lenkers von der Baustelle, kilometerlang! Während wir die 20 Kilometer Umleitung nehmen, höre ich später, dass die Gruppe 2 von Dieter und Dirk eine Crosseinlage durch den Wald über Stock und Stein nimmt! Nach einem weiteren schönen Anstieg erreichen wir die französische Grenze und unmittelbar danach wartet Pascal mit der letzten Getränkeverpflegung. Zum Glück decke ich mich ordentlich mit Verpflegung ein, denn der chinesische Verkehrsminister Um lei tung :-) schlägt noch 2x zu. Während wir die erste Baustelle geflissentlich ignorieren und neben der frisch geteerten Straße 50 Meter übers Bankett ausweichen und uns dafür einen Rüffel eines französischen Bauarbeiters einhandeln, gibt es bei der zweiten Umleitung kein entrinnen, denn die Rheinfähre ist gesperrt! Statt der Alternative schwimmen nehmen wir doch lieber die Brücke über den Rhein zurück nach Deutschland, was uns bei über 30 Grad noch einige Zusatzkilometer beschert ... So kommen wir dann endlich nach 7:20 Std. Fahrzeit und 208 Kilometer an unserem heutigen Ziel Rastatt an.

Michael Schenk, 22.6.2017

erstmals schlägt der chinesische Verkehrsminister Um lei tung zu +20 Km